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Es rechnet sich

Dennoch scheint die Powerrechnung der großen Topmarken mit über eine Million hl Absatz sowie der internationalen Topbrauhäuser mit zwei- und dreistelligen Millionen hl Absatzzahlen auf allen Seiten aufzugehen. Bei Binding verbuchten die Premiummarken (u.a. Radeberger) sowie Bierspezialitäten (u.a. Schöfferhofer Weizen, und das starke neue Binding-Lager) sowie die regionalen Marken Berliner Kindl Jubiläums Pilsener und Ur-Krostitzer dank Werbung ein Plus von zusammen 16,2 % auf 5,2 Millionen hl 1997. Insgesamt tätigte die Gruppe vergangenes Jahr für zehn nationale Marken 163 Millionen DM an Bruttowerbeausgaben. Das entspricht fast jeder fünften Bierwerbemark in der deutschen Brauszene. Umgerechnet auf den Bindig-Biergesamtausstoß von 11,2 Millionen hl werden bei den Frankfurtern pro Liter 14,5 Pfennige oder 14,50 DM pro hl ausgegeben. Verteilt auf die tatsächlich beworbenen Marken sogar mehr als doppelt so viel. Allein um das Lager wieder in Deutschland populär zu machen, wurden Millionen im Fernsehen und im Internet ausgegeben. Zumindest hier scheint sich der Einsatz zu rechnen. Lager gewinnt wieder an Bedeutung und der Marktbereiter ist auch Marktführer.

Insgesamt haben sich die deutschen Werbeausgaben für Bier in den vergangenen fünf Jahren quasi fast verdreifacht. Allein die Mediaspendings für nur 11 nationale Marken erreichten mit 384 Mill. DM im vergangenen Jahr fast die Hälfte der gesamten Bierwerbeausgaben. Vier Jahre zuvor waren es gerade mal 175 Mill. DM. Die höchsten Werbeausgaben bezogen auf einzelne Biermarken entfallen in Deutschland auf Bitburger und Krombacher mit jeweils 53 Mill. DM. Als Aufsteiger der jüngsten Vergangenheit gilt zweifelsohne Hasseröder, dessen 16 Mill. DM Werbeausgaben sich die deutsche Hannen/Tuborg (1,1 Mill. hl stark) in diesem Jahr als Maßstab genommen hat. Sie hatte vergangenes Jahr 14 Mill. DM ausgegeben, 5 Mill. DM mehr als vor fünf Jahren.

Bei Bitburger betragen die Werbeausgaben auf die Spitzenmarke bezogen umgerechnet rund 13,2 Pfennige pro Liter, Krombacher kommt mit knapp 11,8 Pfennigen aus, die Werbe Nr. 3 und Nr. 1 unter Deutschlands Biermarken, Warsteiner, erreicht gut 8 Pfennige pro Liter. Der ostdeutsche Aufsteiger Hasseröder ist mit 9,4 Pfennigen dabei. Im Schnitt bringt der Liter Bier den Premiumbrauern zwischen 1,60 und 1,70 DM Umsatz. Da lassen sich 5 % bis 10 % Werbeausgaben locker verkraften.

Mediaausgaben deutscher Bierspitzenmarken(in Mill. DM)
Biermarke Ausgaben 1993 Ausgaben 1997
Bitburger 28 53
Krombacher 26 53
Warsteiner 18 44
König 19 42
Radeberger 6 40
Holsten 20 38
Beck's 12 32
Veltins 22 25
Jever 8 21
Licher 16 20
Hasseröder 0 16
Summe 175 384
Quelle: Nielsen S+P/Tuborg

In den USA wird nur auf den ersten Blick mehr für Bierwerbung ausgegeben. Allein die drei US-Biermarktführer Anheuser Busch, Miller und Coors gaben zusammen umgerechnet rund 1,11 Mrd. DM für Bierwerbung aus. Das sind fast 50 % mehr als in Deutschland gesamt. Am meisten powert - bezogen auf den Ausstoß - die Nr. 3 Coors. Umgerechnet gibt Coors 11 Pfennige/Liter aus, Miller sogar nur etwa 8,5 Pfennig und Anheuser Busch lediglich schlappe 4,5 Pfennig/Liter oder 4,50 DM pro hl. Die Masse macht's halt, um richtig powern zu können. Doch nicht alle Etiketten, Werbespots und Werbesprüche begeistern die Konsumenten. Highlights wie Licher mit Deutschlands Popgruppe Nr. 1 'Pur', Schöfferhofers Auftritt mit der Französin und dem Weizenprickeln im Bauchnabel sind schon eine Seltenheit, aber erfrischend.

US-Biermarktführer
Brauerei Ausstoß in Mill. hl Werbeausgaben in Mill. DM*
Anheuser Busch 107,4 455
Miller 51,2 435
Coors 24,0 219
*geschätzt für 1997 (HLW-Infodienst)

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Quelle: BIER FÜR DUMMIES dt. Ausgabe D.Kann, H. Latz-Weber und G.Mühlwitz
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