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Sammeln für Spass und Profit

Einigen Bierverrückten reicht das selber Brauen, Biertrinken und Verkosten sowie der Besuch von Bierfestivals und -museen nicht aus. Sie wollen mehr. Etwas, an dem sie sich festhalten können, in Erinnerungen schwelgen. Manche von ihnen sind von einer Art Sammlervirus befallen, der im schlimmsten Fall sogar fast krankhafte Züge annehmen kann. Nichts ist vor ihnen sicher! Weder in Brauereien, noch in Kneipen oder Bars.
Doch die meisten Sammler frönen einfach nur einer gezügelten Leidenschaft: Ihnen macht es Spaß, einem echten Hobby zu frönen. Sie sammeln Bierdeckel, Flaschen, Etiketten, Gläser oder einfach alles, was mit dem Namen der Lieblingsmarke(n) geschmückt ist.

Vorzugsweise wird gesammelt, was preiswert oder umsonst erhältlich ist. Gutes Bier ist nicht immer preiswert. Warum soll man dies nicht mit Bierutensilien ausgleichen? Vor allem dann, wenn der Alkoholgenuß nur in Maßen ausfallen darf.
Viele Bier(fach)zeitschriften bringen regelmäßig Artikel zu diesem Thema. Die Menge der sammelbaren Einzelteile, antik und neu, verblüfft.
Es gibt Berichte, wonach echte Fans Sammlungen von über 5.000 Einzelteilen in wenigen Jahren zusammengetragen haben. Ich selbst spezialisiere mich auf nichts mehr, (Ich ergreife alles, was preiswert ist). Meine Sammlung umfaßt Bierdosen, Flaschen, Bierdeckel, Flaschenöffner, Flaschenkapseln, Flaschenaufkleber, Gläser, Steinkrüge, Zapfhähne, Blechschilder, Biersignets aller Größen und Materialien (einschließlich Neon), Plakate, Streichholzschachteln, Feuerzeuge, Uhren, Kappen und andere Einzelteile, an die ich mich teilweise gar nicht erinnern an kann, da sie im Keller gelagert werden. Ein Kurator (Verwalter) bin ich nicht.
Ernsthafte Sammler horten manchmal obskure Einzelteile, wie Aschenbecher, Briefköpfe und "Regal- und Preisschilder", womit die Aufmerksamkeit der Kunden in den Geschäften auf ein Produkt gelenkt wird. Ich kenne einen "Süchtigen" der hat alte Stühle - versehen mit gravierten Brauereiabzeichen - in seiner Küche stehen. Diese Art von Sammlervolk gibt viel Zeit und Geld aus, um ihre Sammlungen komplett zu machen. Sie spüren sogar auf Auktionen und Flohmärkten Dinge auf, lassen ihre Kunstwerke taxieren und verkaufen sie. Vollständig zufrieden werden sie nie sein. Für sie ist das Sammeln von Braugegenständen irgendwo zwischen einer Liebhaberei und eigenem Lebensstil angesiedelt. Möglicherweise sind sie von einer sprichwörlichen Manie befallen.
Was treibt sie eigentlich in die Sucht? Zum Teil sicherlich Nostalgie. Viele regionale Brauereien schließen, aber ihre Namen, Orte und Geschichte bleiben - dank der Sammler - erhalten. Vielleicht ist es aber auch einfach nur der bloße Spaß des Sammelns. Hinzu kommt sicherlich der Kontakt zu anderen Bierenthusiasten. Sie sind wie eine große, eingeschworene Gemeinschaft. Man trifft sich, organisiert Börsen und Feste und tauscht sich aus.

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Quelle: BIER FÜR DUMMIES dt. Ausgabe D.Kann, H. LatzWeber und G.Mühlwitz
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